Gerhard Weber
Der Linolschnitt setzt auf das unmittelbarste Handwerk des Druckgrafikers: Ein Relief wird in die weiche, biegsame Oberfläche der Linoleumplatte geschnitten, Farbe auf die stehen gebliebenen Flächen aufgetragen, Papier aufgelegt, gedruckt. Was bleibt, ist das Ergebnis eines direkten, unkorrigierbaren Eingriffs — jeder Schnitt endgültig, jede Linie eine Entscheidung. Gerhard Weber gehört zur Gruppe jener bildenden Künstlerinnen und Künstler, die seit den frühen 1990er Jahren die Kunstszene in Hamm geprägt haben und deren Schaffen sich auf konkret-konstruktive Bildmittel wie Linie, Fläche und Farbe konzentriert. In diesem Kontext, der an Tendenzen der konkreten Moderne anknüpft, entstand das vorliegende Blatt von 1993 — ohne zugewiesenen Titel, also als o.T. ausgewiesen, was die formalen Mittel des Werks unkommentiert für sich sprechen lässt. Der Linolschnitt ist im Original A4-Format gehalten und erschien als Ausgabe 23 der Edition »Eins von Hundert«, einer seit 1988 in Köln herausgegebenen Reihe limitierter Originalarbeiten, die zeitgenössische Kunstproduktion in Serie und Handarbeit zusammendenkt. Jedes der 100 Exemplare ist ein eigenständiger Abzug von derselben Platte — minimale Abweichungen inbegriffen.
| Technik | Linolschnitt |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 11 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 23, 1993 |