Jürgen Diehl
Der Titel spricht unmittelbar: Ein Schnitt, der golden ist — Proportionen, die seit der Antike als Inbegriff harmonischer Ordnung gelten. Jürgen Diehls Arbeit »Metamorphose, ein goldener Schnitt« von 1993 stellt diesem klassischen Maßverhältnis den Begriff der Verwandlung zur Seite. Das Beständige und das Wandelbare treffen aufeinander — als wäre der goldene Schnitt selbst dem Prozess ausgesetzt, der ihn eigentlich aufzuheben droht.
Jürgen Diehl, geboren in Arnsberg (Sauerland) und dort über drei Jahrzehnte tätig, war ein Künstler an der Schnittstelle von Malerei, Zeichnung und Lyrik. Seine Arbeiten, die in führenden Galerien in Köln und Düsseldorf gezeigt wurden, bewegen sich zwischen abstrakter Bildsprache und einem Denken in Formen, Strukturen und Bedeutungsfeldern. 2001 verstorben, ist sein Werk inzwischen in einem eigens gegründeten Archiv dokumentiert.
Technisch verbindet das Blatt zwei klassische Medien auf Papier: Graphit, das über Schichtung und Druck ein breites Spektrum von Grauvaleurs erzeugt, und Aquarell, das durch Transparenz und Lasur Farbräume öffnet. Das Nebeneinander beider Materialien erlaubt feine Übergänge zwischen dem Linearen und dem Atmosphärischen — zwischen Konstruktion und Auflösung.
| Technik | Graphit, Aquarell |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 44 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 23, 1993 |