Sabine Haubitz: o.t.
Eins von Hundert · Ausgabe 23 · 1993

Sabine Haubitz

o.t. · aus München

Das Werk entsteht 1993, also kurz nach Abschluss ihres Studiums und noch vor der späteren Partnerschaft mit Zoche — ein frühes Solowerk in einem sehr handwerklichen, experimentellen Medium. Ich habe genug Informationen, um den Text zu verfassen.

Ein Blatt ohne Titel, das dennoch eine klare Sprache spricht: Die Kombination aus Fotokopie und Farbstift erzeugt eine Bildebene, in der das Mechanisch-Reproduzierte und das Handgezeichnete direkt aufeinandertreffen. Die körnige, kontraststarke Qualität der Fotokopie wird durch die Farbe nicht überdeckt, sondern gezielt befragt — Linie gegen Raster, Geste gegen Apparat.

Sabine Haubitz (1959–2014) studierte von 1984 bis 1992 Malerei und Fotografie an der Hochschule der Künste Berlin und der Akademie der Bildenden Künste München. Das vorliegende Blatt entstand 1993, unmittelbar nach diesem Studienabschluss, in einer Phase, in der sie ihre künstlerischen Mittel noch im Solowerke erprobte — bevor sie ab 1998 gemeinsam mit Stefanie Zoche als Duo Haubitz + Zoche international bekannt wurde, vor allem durch serielle Fotoarbeiten zu Stadtraum und Architektur. Die Technik des Blatts — Fotokopie als Bildträger und Bildmaterial zugleich, ergänzt durch manuellen Farbstifteinsatz — verweist auf jene konzeptuelle Neugier, die ihr späteres Werk prägen sollte: das Befragen von Oberflächen und den Schichten, die sich in ihnen ablesen lassen.

TechnikFotokopie, Farbstift
Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar11 von 100, signiert
AusgabeNr. 23, 1993
110 €
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