Vincent Berquez
Eine transparente Folie, ein Blatt Papier, eine Münze, ein Faden — zusammengehalten von einer schlichten Heftklammer: Was Vincent Berquez 1993 für die Ausgabe 22 von »Eins von Hundert« einreichte, ist ein konzentriertes Objektbild, das mit geringstmöglichen Mitteln arbeitet. Die Übereinanderschichtung von Overheadfolie und Papier erzeugt dabei eine zarte Tiefenwirkung — das Darunter und Darüber, das Durchscheinen und Verdecken werden zum eigentlichen Bildraum. Die Münze als reales Wertobjekt und der Faden als verbindendes Element laden das Arrangement mit alltäglicher Symbolik auf, ohne es zu überdeuten. Die Heftung, handwerklich und sichtbar, markiert die Arbeit explizit als gemachtes Ding, nicht als Illusion.
Berquez lebt und arbeitet in London, wo er seit den 1980er Jahren in Bloomsbury verankert ist; er studierte am Goldsmiths' College sowie am Camberwell College of Art. Sein Werk bewegt sich zwischen bildender Kunst, Assemblage und Spracharbeit — er tritt gleichermaßen als Maler, Collagist und Poet in Erscheinung und hat international ausgestellt, darunter am Art Institute of Chicago. Die Technik dieses Blattes steht in einer konzeptuell-materiellen Tradition, die an Arte Povera ebenso denken lässt wie an die Fluxus-nahe Objektkunst: Alltägliches wird durch Auswahl und Anordnung zum Träger von Bedeutung.
| Technik | Overheadfolie, geheftet, Blatt, Münze, Faden |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 62 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 22, 1993 |