Norbert Görtz
Böen — so lautet der Titel eines Siebdrucks, den Norbert Görtz 1993 in Köln realisierte, im selben Jahr, in dem er auf der Gruppenausstellung „Junge Cologneer Künstler in der DKV" vertreten war. Das Motiv evoziert Bewegung und atmosphärische Unruhe: Böen sind flüchtige Phänomene, kurzfristige Verdichtungen von Kraft, die sich im nächsten Moment wieder auflösen — ein Sujet, das sich mit den Mitteln des Siebdrucks in Fläche und Farbe übersetzen lässt.
Görtz, 1956 in Altenahr geboren, studierte zunächst Fotoingenieurwesen an der FH Köln, bevor er zur Freien Kunst wechselte und 1989 Meisterschüler bei Prof. Werner Schriefers wurde. Ein CDG-Stipendium führte ihn 1990 bis 1992 nach Tokio, wo er in einer Siebdruckerei arbeitete — eine Erfahrung, die sein Verständnis des Mediums nachhaltig prägte. Sein Werk bewegt sich in thematischen Zyklen; charakteristisch sind streng geometrische Bildaufteilungen in zurückgenommenen, leicht abgedämpften Farben, die trotz ihrer Reduziertheit eine eigentümliche Spannung erzeugen. Der Siebdruck ist bei Görtz kein reproduktives Verfahren, sondern genuines künstlerisches Ausdrucksmittel.
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 46 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 21, 1993 |