Eins von Hundert · Ausgabe 32 · 1995

Ulrike Geitel

Neumond · aus Köln

Schwarz ist kein Fehlen von Licht, sondern dessen äußerste Verdichtung — der Neumond entzieht sich dem Blick, indem er sich vollständig vor die Sonne schiebt und nur seine unsichtbare Seite zeigt. Ulrike Geitel nähert sich diesem Moment des Verschwindens und Innehaltens in einem 1995 in Köln entstandenen Werk, das den lunaren Zyklus an seinem dunkelsten Punkt festhält.

Geitel arbeitet auf Büttenpapier, einem Träger mit natürlicher Textur und lebendigem Oberflächencharakter, der die aufgetragenen Materialien sichtbar atmen lässt. Die Kombination von Öl und reinem Pigment erlaubt ein breites Spektrum zwischen lasierender Transparenz und deckender Materialität: Pigmente behalten ihre mineralische Eigenheit, werden nicht durch Bindemittel domestiziert, sondern in Spannung zur Ölschicht gehalten. Daraus entsteht eine Bildsprache, die zwischen gestischer Malerei und stoff-orientierter Farbfeldarbeit angesiedelt ist — Linien, Schichtungen und Farbräume, die sich nicht illustrativ verhalten, sondern atmosphärisch.

Das Werk ist Teil der Edition »Eins von Hundert« des Werkladen Köln, auf 100 Exemplare limitiert, und trägt die Ausgabe-Nummer 32.

TechnikÖl, Pigment auf Büttenpapier
Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar36 von 100, signiert
AusgabeNr. 32, 1995
110 €
mit Rahmen · zzgl. Versand
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