Susanne Hüglin Wagner
Ein Schatten fällt — so lautet der Titel dieser Arbeit aus dem Jahr 1995, und er beschreibt zugleich ihr Wesen. Susanne Hüglin Wagner arbeitet mit dem, was die Fotokopie zurücklässt: verdichtete Graustufen, harte Kontraste, eine bereits gedeutete Welt aus Licht und Dunkel. Darauf setzt sie malerisch an — mit Farbe, Linie oder Lasur, die das maschinell Reproduzierte wieder in etwas Singuläres verwandeln.
Die übermalte Fotokopie ist eine Technik, die in den 1980er und frühen 1990er Jahren im Umfeld konzeptueller und medienkritischer Positionen Verbreitung fand. Sie spielt mit dem Spannungsfeld zwischen Original und Vervielfältigung, zwischen mechanischer Spur und handschriftlichem Eingriff. Was zunächst wie eine Reproduktion wirkt, ist am Ende ein Unikat — oder in diesem Fall: eines von hundert kontrollierten Unikaten.
Über den künstlerischen Werdegang von Susanne Hüglin Wagner lassen sich ohne gesicherte Quellen keine Angaben machen. Das Werk selbst aber spricht eine klare Sprache: malerische Intervention als Geste der Aneignung, der Schatten als Motiv und als Methode.
| Technik | Übermalte Fotokopie |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 53 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 29, 1995 |